Warum man(n) keine Dates mehr hat

Ich mag keine „Dates“!

Was ist das eigentlich, ein Termin, eine Verabredung, ein Zusammentreffen zu einer bestimmten Zeit an einem festgelegten Ort. So, oder so ähnlich steht es zumindest im Duden. Und meist macht man dann auch etwas bestimmtes. In unserem Fall „datet“ man sich mit einer Frau – wie sich das schon anhört. „Daten“ – jetzt wo ich es hier so ausschreibe und man es deutsch aussprechen würde heißt es ja „Daten“ also von Daten sammeln. Und irgendwie ist das auch gar nicht so abwähgig. Man sammelt mehr oder weniger Daten vom anderen Geschlecht. Größe, Alter, Haarfarbe, Augenfarbe, Hüftumfang, Körpchengröße, Charakter-Eigenschaften, Vorlieben, Verhaltensweisen und was weiß ich nicht noch alles. Um sich am Ende ein Bild darüber zu verschaffen und mit den vorhandenen Daten abzuwiegen ob man sich nochmal „daten“ will oder ob die Datenlage eher negativ ausfällt und es unwahrscheinlich ist, dass man sich noch ein zweites Mal sieht.

Eigentlich geht es nur um Plus oder Minus

Hört sich alles also ziemlich mathematisch an dieses „Daten“. Dabei freuen sich doch immer alle wenn man sagt, ich hab nachher ein „Date“. Und die Mädels dann gleich so: „oh, wow, toll. Weißt du schon was du anziehst? Was macht ihr denn tolles?“.
Da liegt schon mein eigentliches Problem. Diese Erwartungshaltung an solch ein „Date“ (da mich das Wort schon selbst nervt, werde ich es jetzt einfach immer durch ein Synonym ersetzen). Also wenn man nun ein Treffen hat – was ja schon mal ein schweres Stück Arbeit war, denn ihr wisst ja, dass ist gar nicht so einfach erstmal eine „Begegnung“ zu vereinbaren! Dann hat man(n) – und Frau – sich wahrscheinlich schon mal eine grobe Vorstellung über die anderen Person gemacht. Die ist meist auch ziemlich positiv, sonst hätte man den zweiten Schritt ja erst gar nicht gewagt. Und man malt sich aus, wie wundervoll alles wird.

Da liegt für mich jedoch der springende Punkt. Ein „Date“ impliziert schon etwas, was eine viel zu Hohe Erwartungshaltung an beide stellt. Oh ein Date, wow, das muss ja was spannendes werden. Ich meine ein Date kann nicht einfach sein sich nur auf einen Kaffee zu treffen oder spazieren zu gehen. Nein, ein Date heißt, Dinner, heißt Theater, heißt jemand muss sich Gedanken machen, damit das Date auch etwas besonderes wird.
Aber darauf haben viele gar keine Lust. Und in unserer heutigen Zeit, ist es so einfach viele Dates zu haben, da ist es einfach nur anstrengend, sich immer etwas neues auszudenken und zu überlegen, was man denn interessantes bei dem nächsten Date anstellt.

Früher war alles anders

Wenn ich an ein richtiges „Date“ denke, dann denk ich mehr an einen Film, in der ein Mann noch wahrhaft versucht eine Frau zu gewinnen. Ihre Aufmerksamkeit, ihre Zuneigung, ihre Liebe. Und dann gibt es ein erstes, ein zweites, drittes und viertes Date. Bis er es schafft sie zu überzeugen und für sich zu gewinnen.
Ganz schön romantisch. Früher wollte man ja auch noch Beziehungen. Ich weiß, klingt lustig nicht wahr.
Aber heutzutage passt das alles irgendwie nicht mehr. Das macht man einfach nicht mehr, der ein oder andere vielleicht noch, aber die zeig mir mal.

Meine Dates beschränken sich da eher auf Kaffee an der Spree oder Bier im Treptower Park – wobei man das auch beides umgekehrt machen kann, da würde ich mich jetzt nicht festlegen.

Daher habe ich auch keine „Dates“ weil der Name dem einfach nicht gerecht wird. Denn so etwas außergewöhnliches ist es gar nicht mehr. Es ist einfach nur ein Treffen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort – um sind wir mal ehrlich – in unserem Fall heraus zu finden ob man mit dem Gegenüber in der Kiste landet oder ob man weiter tindern oder lovoo´n muss um seinen nächsten Bett-Partner zu finden.
Was soll da auch das ganze Vorgeplänkel mit Essen gehen und Kinobesuch.

2 Kommentare bei „Warum man(n) keine Dates mehr hat“

  1. Ich glaube wir vergessen auch, dass es in Deutschland gar keine Dating-Kultur als solches gab. Wir haben das Wort aus den Filmen und Serien von den Amys übernommen, aber nie wirklich gelebt. Entweder wir sind in einer Beziehung oder eben nicht.

  2. Interessant ist die letzte Aussage von dir. Das ist auch eine Kultur die wir haben in einer Beziehung sein oder nicht. Es gibt nichts dazwischen. Dabei gibt es dazwischen so viel!

Schreibe einen Kommentar