Wie man als Backpacker auf seinen Spaß kommt

…wir reisen mit dem Ziel in die große weite Welt hinaus – neue Länder und Kulturen zu sehen – uns in wilde noch nie dagewesene Abenteuer zu stürzen – interessante Menschen und Geschichten kennenzulernen – unser kulinarisches Wissen zu erweitern – uns mit all unseren Sinnen auf eine neue Ebene zu begeben – uns neu zu entdecken, einfach mal raus, etwas anderes machen. Und weil wir mit vielen verschiedenen Menschen aus der ganzen Welt Sex haben wollen.

Das ist ein primärer Punkt – zumindest bei männlichen Backpackern (das ist im übrigen auch allgemein das Ziel von Männern, aber das nur am Rande). So einfach wie man es sich vorstellt ist es am Ende dann leider doch nicht. Über die Tücken, Probleme, nervende Mitbewohner, kalt waschende Waschmaschinen und dreckiges Geschirr im Doppelstock-Bett.

Irgendwann steigt das Verlangen

Die ersten Tage ist noch alles ganz aufregend und neu. Pennen in Hostels, in airbnb´s, im Camper Van oder in einem verschissen kleinen Camping-Zelt – das entweder alle paar Stunden vom Wind halb weggetragen wird oder einer der beiden Reißverschlüsse auf jeden Fall klemmt. Wie auch immer, alles ist neu und aufregend. In den ersten Tagen geht es noch gar nicht primär darum, wie man nun die heiße Kolumbianerin – apropos Kolumbianerin, na gut, da komm ich später nochmal drauf zurück – oder die süße Philippinerin rum bekommt. Da ist erst mal alles entspannt und relaxt, wie unter Backpackern so üblich und man verbringt eben eine echt nicht zu vergessene Zeit miteinander. Man macht dies und das und jenes, aber irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man sich fragt „wann hatte ich eigentlich das letzt mal Sex – ich meine ich reise jetzt schon drei Wochen herum und das letzte Mal, na ja ist dann auch schon länger her.

Wenn Mann nun die ein oder andere Reise-Bekanntschaft näher kennenlernt und einfach auch mehr mit einander erlebt und das Eine zum anderen kommt, kann es hin und wieder mal passieren, dass man den leichten Drang verspürt – ich würde sagen auch einen gewissen Druck in bestimmten Regionen des männlichen Körpers – und man sich nun die alles entscheidende Frage stellt.
„Wie zur Hölle soll ich in diesem Hostel Sex haben können, geschweige denn wo?!“
Gehen wir mal von der unwahrscheinlichen Möglichkeit aus, dass das Acht-Bett-Zimmer leer wäre, wie um alles in der Welt soll man in diesen Metall-Knast-Betten bitte irgendwas befriedigendes anstellen? Ich kann darin ja noch nicht mal ordentlich schlafen. Das einzig Gute an den Teilen ist, dass sie Querstangen haben. Zu doof nur, dass ich meine Handschellen nicht mit habe.

Erkläre mir bitte einer Wie?

Und selbst wenn – also nur mal rein hypothetisch, selbst wenn man sich irgendwie durchringt und einen Versuch wagt. Muss man immer mit der Angst leben, jede Sekunde von einem seiner Room-Mates überrascht zu werden, die ihr dreckiges Geschirr aus dem Zimmer holen wollen um es nach fünf Tagen endlich mal abzuwaschen, da nichts sauberes mehr in der Küche steht.
Und selbst wenn ihr nur ein Sharing-Room habt, es ist einfach nicht leicht zu koordinieren, den riechenden Mitbewohner neben dir – welcher schon langsam mit seiner Matratze zu Eins wird – aus dem Zimmer für mindestens eine Stunde zu bekommen.
Alles nicht so leicht kann ich euch sagen. Und dann danach kuscheln kannst du auch vergessen, denn auf den 90×180 cm passt einfach nur ein Mensch, nicht mal anderthalb! Es sei denn, sie ist Kolumbianerin und demnach sehr klein und ihre Mitbewohnerin ist ärgerlicher Weise für drei Tage verreist.

Egal ob kaputt – Hauptsache Spaß dabei

Ah und falls ihr jetzt denkt ein Campervan wäre besser – ich weiß ja nicht ob ihr euch mal die Deckenhöhe eines Campers angeschaut habt, aber mehr als die Missionarsstellung (die ich jetzt mal nicht so ganz runter machen will wie ihr hier lesen könnt) oder das Löffelchen ist da nicht drin (hier würde mir gerade ein super witziges Wortspiel einfallen – aber wir wollen ja seriös bleiben – obwohl wir das wahrscheinlich auch schon über Bord werfen können).
Ich meine, wir reden hier ja davon Sex haben zu wollen, sprich befriedigt zu werden. Natürlich soll das auch für beide gelten. Aber dann erklär mir mal bitte einer wie das gehen soll?
Das gleiche gilt übrigens auch für Zelte… da hat man vielleicht mehr „Deckenhöhe“, wobei ich das auch mal in Frage stelle, aber wer zur Hölle kam auf die Idee, Isomatten als bequeme Zeltunterlage einzuführen. Da ist ja auf Sand schlafen bequemer. Also ein dauerhaftes Knie aufscheuern ist vorprogrammiert!

Viel bleibt ja nun auch nicht mehr übrig. Da denkst du, na endlich bin ich schon mal im Gespräch mit Mädels von allen Kontinenten und ich sag euch – ich hab Jungs getroffen, die haben für sowas wie Länder und Kontinente eine extra Liste – und dann musst du dir ne Platte machen wo du jetzt mit der Herz-Dame abtauchst… Ihr wisst was ich meine.

Meine Empfehlung: Immer ein Einzelzimmer, das Geld ist es wert. Aber sind wir mal ehrlich, am Ende ist es uns eh egal, ob auf der Waschmaschine neben dem Klo, im Doppelstock-Bett in dem oben gerade einer pennt und wir natürlich denken, dass wir leise sind und es keiner mitbekommt oder mit Beulen am Kopf oder an den Knien. Die Lust überwiegt und die Scham stellen wir hinten an. Ich meine wir sind Backpacker, wir dürfen überall Spaß haben und irgendwie ist es dann auch schon wieder lustig!

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