„Schlag mich!“ – bitte was?

Es gibt ja für alles ein „Erstes Mal“. Das erste Mal ohne Stützräder Fahrrad fahren, das erste Mal die Pokemon Liga besiegen, das erst Mal heimlich einen Film ab 18 gucken (wenn man 13 ist), das erste Mal vom Zehn-Meter-Turm springen – oder besser – geschupst werden und natürlich mit einem Bauchklatscher landen, das erste Mal beim klauen erwischt werden, oder wenn Mutti reinkommt und wir uns gerade einen Porno angucken, das erste Mal harten Alkohol trinken und am nächsten Tag sagen nie wieder, das erste Mal rauchen, Drogen, knutschen, verliebt sein und der erste Sex.

Das Erste Mal, auf ein Neues

Jedes mal ist es etwas Neues, etwas Aufregendes, etwas Spannendes, etwas vorher noch nie Dagewesenes. Manchmal ist man verblüfft und überrascht, manchmal weiß man nicht wie einem geschieht und ist verwirrt und manchmal vorbereitet und kann die Vorfreude gar nicht im Zaum halten. Es ist immer mit einer gewaltigen Ladung Adrenalin und Endorphinen verbunden; und diesem gewissen Reiz, Kick, Angst vor dem Neuen, dem Ungewissen.
Und man weiß vorher nie wie es sich im nachhinein anfühlt. In manchen Situationen fühlt man sich wie versteinert und weiß nicht wie es um einen geschieht, man macht Fehler, man ist verwirrt, man tut unüberlegte Dinge, wenn man überhaupt überlegt!

Manchmal tut man auch einfach gar nichts, weil man es einfach nicht kann oder gerade voll aus der Fassung gebracht wurde. So ist es auch mir ergangen. Bei meinem ersten Mal – bei meinem ersten Mal, als das Mädel vor mir sagte „schlag mich!“
Ich will ja nicht sagen das man(n) das nicht schon mal in irgendwelchen Filmchen gesehen hat oder es sich in irgendeiner verrückten Freitag-Abend-Langeweile vorgestellt hat. Es dann jedoch wirklich zu tun? Glaubt mir, dass ist dann nochmal eine ganz andere Nummer!

Wir waren eigentlich Freunde, wenn man das so sagen kann. Frauen und Männer Freundschaften ist aber auch noch mal ein ganz anderes Thema, über das ich vielleicht mal ein Buch schreiben könnte. Es hätte entweder kein Ende oder könnte in einem einzigen Satz zusammen gefasst werden.
Wie auch immer, wir haben uns echt gut verstanden und konnten über alles quatschen. Liebe, Beziehung, Sex, ein richtiges Kumpel-Ding eben. Aber was soll ich lange um den heißen Brei herum reden, wie das Eine nun mal so zum Anderen kommt – wir haben gekocht – das zieht übrigens immer gut, und am Ende lagen wir zusammen im Bett und na ja. Ich finde sie attraktiv, sie mich. Im Bett lagen wir ja eh schon dachten wir uns wahrscheinlich, warum nicht das eine mit dem anderen verbinden.

Überwindung und dieser animalische Trieb

Der Vorteil daran, dass man vorher so offen über alles als „Freunde“ sprechen konnte ist, dass man weiß worauf der andere so steht. Sprich, wir wussten beide was uns gefällt. Das sie jedoch gerne geschlagen wird, hatte sie noch nicht erwähnt (hätte man ja auch einfach mal in einem Nebensatz einfließen lassen können).
Ich meine die Nummer mit dem „Klaps auf den Hintern“, das ist ja gängige Praxis, und das kann ab und an ja auch schon mal härter ausfallen. Auch das Mann mal die Hand etwas fester um den Hals der Frau legt kommt heutzutage öfter vor.
Doch die Tatsache überhaupt jemanden in das Gesicht zu hauen, ist ja an sich schon eine Überwindung.
Okay, ihr Mädels kennt das, ihr verteilt ja öfter mal ne Backpfeife an uns Kerle – aber eine Frau schlagen?! Puh, da muss dann schon eher was falsch laufen, als dass man das als normal ansieht.

Ich möchte die Sache mal anders angehen. Wir Männer haben ja dieses animalische Gen in uns, beziehungsweise hat uns das die Evolution gegeben, also wir jagen gern Beute, reißen sie, stürzen uns darauf, erlegen sie. Des Weiteren messen wir uns gerne an einander. Das ist so wie in der Tierwelt, wir müssen zeigen wer der Stärkere ist, um die Frauen balzen, sie erobern und sie beschützen. Daher kommt es, das wir uns schlagen und prügeln auch wenn es nur um ein umgeschüttetes Glas Bier geht. Dabei kommt es vor, dass auch ziemlich viele Bereiche in unserem Gehirn aktiv werden, die auch beim Sex aktiv sind, und eine Menge an Adrenalin und Endorphinen ausgeschüttet wird. Menschen empfinden bei solchen Dingen also auf eine bestimmte Art und Weise Erregung. Was ja auch nichts schlimmes ist. Ich meine guckt euch doch mal die ganze SM und Domina Szene an. Schmerzen und Leiden können nun mal anturnend wirken und Lust verspüren lassen. Bei manchen ist das mehr und bei anderen weniger.

Hemmungen?!

Um den ganzen Quatsch mal auf den Punkt zu bringen – ja, wir wollen Macht ausüben – ja, wir wollen dominieren (bis auf diejenigen, die sich eine Domina holen, aber das ist auch okay, da lief halt in der Kindheit mal was schief) und ja, wir wollen das ihr euch uns unterwerft und ja, das turnt uns an.

Nur irgendwie, hatte ich beim ersten Mal ein ganz schönes Problem damit. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich konnte es gar nicht. Ja, da war ich mal wieder selbst von mir überrascht. Ich hab schon viel gemacht, aber das ging mir nicht über die Hand. Warum? Wahrscheinlich war ich einfach zu überrascht und habe nicht damit gerechnet. Und ich meine ich mochte sie, da kann ich sie doch nicht einfach schlagen.

Es ist also gar nicht so leicht, und braucht sehr viel Überwindung. Auch das zweite Mal hat sich am Anfang nicht als gerade leicht erwiesen. Wieder hatte ich dieses Gefühl etwas falsches zu Tun in mir. Es ist einfach nicht das, was man normaler weise tut – eine Frau schlagen. Zunächst war es nur sanft und glich nahezu einem streicheln. Dabei kam ich mir sogar etwas lächerlich vor! Sie sagte es wieder. „Schlag mich!“. Okay, jetzt traust du dich – ich schlug härter zu! Und sie wollte mehr. „Schlag mich härter!“ – bettelte sie mich förmlich an. Es kostet immense Kraft das zu tun – innere Kraft. Man muss sich bewusst sein, dass man die Person vor einem selbstverständlich auch schwerer verletzen kann als man es will. Wenn du jedoch einmal die richtige Härte raus hast und gut variieren kannst ist es ein interessantes Spiel mit dem Verbotenen. Wenn sich das Gesicht vor dir – nach dem erste Schlag – anfängt vor Schmerz zu verzehren, leidet und du gleichzeitig die innere Befriedigung, die Genugtuung in ihren Augen siehst, findet man auch einen inneren Gefallen. Und am Ende ist es eine Sache, die ich nicht bereut habe getan zu haben.

Bevor ihr jetzt aber hier wild im Bett um euch schlagt – Jede Dame ist anders, redet darüber, holt euch die Erlaubnis und probiert es aus. You never know, if you never tried!

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