Warum es egal ist, ob es lang, kurz, wenig oder viel ist

Danach sitzt du immer da und denkst dir „ich spring, vom Balkon!“ Na gut so dramatisch vielleicht auch nicht – vielleicht für eine hundertstell Sekunde – aber es kommt immer so etwas wie „ich verliebe mich nie wieder“, „ich hasse Gefühle“, „ich lasse jetzt erstmal keinen an mich heran“.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass das die gleichen Aussagen sind, die man trifft, wenn man mal wieder getrunken hat! Ja, traurig aber war. Vielleicht liegt es daran, dass man dieser Trotzreaktion all die Dinge zuschreiben kann, die einen auf irgendeine Art und Weise pushen. Sei es in der Gefühlswelt – auf hormoneller Ebene jeglicher Art – Dinge die das Ego oder das eigene Selbstwertgefühl betreffen oder die, die einfach nur Freude bereiten. Jedoch wenn man dann fällt, ist das Geschrei groß und man hinterfragt das ganze Prinzip. Stellt es in Frage, schützt sich. Wer fällt schon gerne? Das tut schließlich weh!
Somit verbinden wir, da wir ja gerade den Schmerz fühlen, alles als gemein, fies, verletzend und das ursprüngliche „Schöne“ war eigentlich total schlecht!
So funktioniert das Gehirn in diesem Moment nun mal, da der Schmerz überwiegt und zum einen die positiven Erinnerungen nicht zulässt und wenn doch, er sie nur negativ auslegen kann, da wir uns dann denken, „ach war das schön und jetzt wurde es mir genommen.“ Resultat: Trauer und Verärgerung.

Treppe rauf und runter

Ich will euch nicht erzählen, dass man diese Stufe oder Stufen überspringen kann – es verhält sich vielleicht wie mit den 5 Phasen der Trauer aus der Psychologie – aber wie man vielleicht anders an die Sache ran gehen kann. Eigentlich soll das hier auch kein Ratgeber werden – ich habe nur gerade das Gefühl, es liest sich wie einer – aber das bekommen wir schon hin.

So, warum ist es eigentlich total kontraproduktiv sich etwas vorzuschreiben oder in unserem Fall zu sagen, dass man etwas nicht wieder macht. Ja, wir wissen alle, wir wollen nicht verletzt werden. Das passiert jedoch meist nur in unserem Kopf, beziehungsweise weil wir eine andere Erwartungshaltung haben. Sprich ein Konstrukt, Regeln, Prinzipien, Vereinbarungen, die von jemandem oder auch einem selbst gebrochen werden oder umgangen werden und man somit verletzt wird. Das heißt nicht, dass man sie gänzlich abschaffen sollte. Es gibt für jeden von uns Ansichten, die er voll und ganz vertreten sollte und jeder von uns weiß was er will und was er nicht will – die meisten zumindest – und auch das kann sich ändern.

Mal den Schritt über die Klippe gehen

Was ich sagen will (ja ich komme endlich mal zum Punkt) ist, dass man sich nicht limitieren sollte in all seinen Möglichkeiten! Somit werden die Punkte in denen man verletzt werden kann geringer und man lässt Dinge zu, von denen man zum einen vielleicht gar nicht wusste, dass sie existieren, da man sich dafür nie geöffnet hat und zum anderen lernt man neue Ansichten und Blickwinkel, die man vorher gar nicht hatte. Diese führen zum einen dazu, dass man tolle neue Dinge erlebt oder das Gegenteil herausfindet, nämlich was man alles nicht will – was auch eine sehr wertvolle Erfahrung ist!

Kommen wir zurück zu langen, kurzen, mittleren, oder unendlichen Erlebnissen, Glücksmomenten und tollen Gefühlen. Vorweg sollte man vielleicht sagen, dass auch ich denke – leider – dass man Gefühle nicht steuern kann! Man kann sie vielleicht verstehen lernen und lernen mit ihnen umzugehen, und selbst das ist sehr sehr schwer!
Was wir jedoch versuchen können, oder besser, versuchen können zu lernen und zu verstehen ist, dass wir jeden Moment, den wir in der Vergangenheit hatten, der uns mit diesem Glück, dieser Liebe, dieser Inspiration, diesem „Himmel hoch jauzen´s-Gefühl“ erfüllt umzugehen. Selbst wenn es nur für einen Moment, ein Orgasmus oder eine bezaubernde Nacht oder auch eine krass versoffene Nacht war. Egal, ihr hattet super viel Freude, eine Menge gute Laune und unbeschreibliche Gefühle.
Ja okay, so ein Kater der hält dann doch etwas länger, aber ihr wisst was ich meine.

…vielleicht ist da ein ganzer Weg

Von daher sollte man nicht sagen, ich mache etwas erst gar nicht, da ich Angst habe verletzt zu werden. Du weißt es doch vorher nicht! Okay, wenn du ein schlechtes Gefühl bei der Sache hast, klar, lass es! Aber grundlegend, dauernd mit der Angst zu leben, was für eine schlimmer Vorstellung, oder? Stellt euch vor, es hätte keiner mehr Sex, der schon mal schlechten Sex hatte (ich weiß hat keiner) oder geschweige denn mal eine Beziehung hatte die gescheitert ist. Die Welt wäre ein trauriger Ort wenn man es nur aufgrund dessen nie wieder tun würde.
Verletzt werden gehört dazu, beziehungsweise eure Einstellung muss so sein, dass ihr erst gar nicht verletzt werden könnt oder sagen wir, damit wisst umzugehen und es zu verstehen oder einfacher zu akzeptieren.

Bau dir deinen eigenen Weg

Ihr solltet euch eher dahin bewegen und sagen, die schöne Zeit die ich mit jemandem, mit etwas, mit mir selbst oder mit irgendeiner anderen Sache verbringe, ist einzigartig, wertvoll und wunderschön und wird als Erinnerung auch immer so in meinem Kopf bestehen. Und wenn es dann ein Ende findet, natürlich, der Umstand kann manchmal sehr schmerzhaft sein und manchmal helfen auch alle weitgedehnten Vereinbarungen und Abmachungen nichts und es tut weh. Aber dann war es eine wundervolle Zeit, und es wird auch schon wieder Zeit für die nächste! Und diese wird definitiv kommen. Wenn ihr es wollt und zulasst.

Also genießt einfach alles im Leben, sei es eine Stunde, ein Tag, eine Woche, ein Monat, ein Jahr oder ein ganzes Leben. Es kann alles so schnell vorbei sein (melancholie) und ihr wisst nie was kommt, was daraus wird, wie es sich entwickelt. Gebt also allem einen Versuch und zwängt euch nicht in irgendwelche Konstrukte und sagt euch nicht warum das jetzt alles hier gerade nicht geht. Falsche Sichtweise!

Zeit genießen und weiter machen! Los auf gehts, was sitzt du noch vor deinem Handy und liest den Text?

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