„Das Beste“, eine Mal

Manchmal ist es wie verhext. Ich meine sagen zu können, dass war der beste Sex meines Lebens bis dahin. Okay, wir hatten natürlich dezent Alkohol getrunken. Aber es war definitiv der Beste. Wir haben Dinge getan, die ich vorher noch nie getan habe. Ja, lasst eurer Fantasie ruhig freien Lauf.

22 Uhr, Berlin, Burgeramt. Meine beste Freundin und ihr Arbeitskollegin haben schon ihren Burger bestellt. Ja, es heißt Burgeramt, ich habe nicht die Ü-Punkte vergessen, welche Amt hat auch schon um 22 Uhr auf, wo denkt ihr hin. Ich öffne die Tür und sehe die Beiden. Ich weiß nicht warum aber irgendwie war mir im ersten Moment klar, dass wird heute nicht nur bei Süßkartoffelpommes mit Mayo und dem Avo-Burger bleiben. Da hat irgendwie gleich die Chemie gestimmt. Manchmal ist das wie verhext.

Wir verstehen uns echt gut, gleich Ansichten, gleiche Denkweisen, gleicher Humor, gleicher Geschmack, ziemlich Top auf den ersten Blick, und gut sieht sie auch noch aus.

Es ist zwar etwas merkwürdig, da es ein bisschen so wie ein arrangiertes “Sex-Treffen“ ist. Da meine Freundin mir gesagt hat, dass sie mich ganz heiß findet und mal wieder jemand braucht und ich natürlich niemals auf den Gedanken kommen würde zu solch einer Gelegenheit Nein zu sagen. Aber, da uns das beiden irgendwie bewusst war, ist das auch geteiltes Leid. Und als wir nach mehreren Fritz-Cola und lecker Bacon, Ei und viel Avocado in den Club gehen, macht der Alkohol, was er tun muss. Ende vom Lied, mein Bett. Oder besser gesagt, Küche, Wohnzimmer und teile meines Betts. Ich lass weitere Details jetzt mal außen vor. Und es hatte schon im Club angefangen und ich wusste, okay das Mädel steht auf Dinge die mir definitiv gefallen. Beste Freundin, sorry nochmal falls ich dich an diesem Abend etwas vernachlässigt habe und hoffentlich nicht zu peinlich war.

Der nächste Morgen, noch eine Runde. Jedoch nicht so gut wie die Nacht davor, aber das ist wahrscheinlich auch dem Alkohol geschuldet. Wir haben uns nicht nochmal getroffen. Es hat sich einfach nicht ergeben. Und dann bin ich auch schon weg gewesen. Ab und an ein paar “Nettigkeiten“ auf Whats-App. Aber das war es auch.

Und dann. Wir machen eine Asienreise, wir fliegen auch nach Indonesien, dass ist doch nicht weit von dir. Kommst du für ein paar Tage vorbei? Em, wir haben nur einmal mit einander geschlafen, okay zweimal. Und jetzt wollen wir zwei Wochen zusammen so etwas wie Urlaub machen? Puh, na ja wir haben uns ja eigentlich gut verstanden, also die 18 Stunden, davon 8 betrunken und 8 am schlafen. Aber sind wir mal ehrlich, ich bin ein Mann, das würde für mich heißen, 14 Tage – mehr oder weniger – eine Wiederholung dieses sexuell, wirklich nicht schlechten Erlebnisses. Das klingt für mich nach einem ziemliche guten Deal. Jupp, da ich meine beste Freundin auch die ganze Zeit dabei hab klingt das für mich nach einem Hammer Deal. Hallo, Jackpot. Flug gebucht. Bald ist es soweit. Das erste Wiedersehen. Alle sind etwas zerknautscht von den langen Flügen, aber jeder reißt sich zusammen und wir landen nach ein paar Stunden endlich im Master-Bedroom unserer Villa… Ja, da ist halt wieder dieser Erwartungshaltung und dieser Druck den man selbst aufbaut. Das ist glaube ich so ein Psycho-Ding. Es war auf jeden Fall nicht so gut, wie beim letzten mal. Aber es war nicht schlecht….

Schlafen.

Der nächste Morgen. Jetzt beginnt der eigentliche Teil der Geschichte. Man lernt Menschen erst richtig kennen, wenn man mit Ihnen die ganze Zeit unterwegs ist und so kam es auch mit Soey und mir. Trotz all unserer Gemeinsamkeiten, kam doch nun die eigentliche Art des Menschen zum Vorschein. Ich will nicht sagen, dass sie schlecht war. Aber sie hat mit jeder Reaktion, mit jeder Aussage, mit jedem Wort und am Ende sogar mit jedem Stirnrunzeln und allein schon mit der Vorstellung, dass sie gleich etwas sagen wird immer mehr Aggressionen in mir ausgelöst. Und so hat sich das auch im Bett ausgewirkt. Am Ende war es nur noch eine verkrampfte Geilheit des jeweils anderen um möglichst schnell und einfach zur eigenen Befriedigung zu kommen. Mit der eigentlichen Freude und dem Spaß, der in der Sache an sich liegt, hatte das alles definit nichts mehr zu tun. Und am Ende war es noch nicht mal mehr das, es war nur noch ein unangenehmes beieinander liegen, aus Höflichkeit und mit der Hoffnung, dass der andere einem nicht auf den Sack geht. Fuck und das war schon nach einer Woche.

Um es kurz zu machen, es war auch gut. Es gibt eben Menschen mit denen man nur in bestimmten Bereichen harmoniert. Oder mit denen man nur für einen gewissen Zeitraum super auskommt. Und alles darüber hinaus klappt eben nicht. Was auch vollkommen in Ordnung ist. Man sollte daraus auch nicht mehr machen, als es ist. Ich meine es war eine meiner Interessantesten Erfahrungen bist dato. Nicht mehr und nicht weniger. Mehr sollte eben nicht sein. Und das ist auch gut so. Es ist um so wichtiger und besser um so schneller man feststellt was passt und was nicht. Bevor man sich in irgendwelche Situationen hineinzwängen will oder unbedingt etwas herbeiführen möchte was aber eigentlich gar nicht mehr funktioniert. Um so schneller ihr herausfindet wie die Chemie oder das ganze zwischen euch und der anderen Person ablaufen soll oder für was Sie oder Er gut ist umso besser.

Wenn ich zurück bin habe ich schon überlegt ihr einfach wieder zu schreiben um sich zu betrinken und die fehlenden Teile meiner Wohnung zu komplettieren.