Keine Erwartungen – 100% Spaß

Sitze am Flughafen, noch ganze 6 Stunden bis der Flieger geht und ich bin schon seit 7 Stunden unterwegs. Na ja. Lasse gerade meine 10 letzten Urlaubstage Revue passieren. Während ich mir einen Beef-Bacon-Burger mit extra Cheese und Ei bestelle – und extra Avo – irgendwas gesundes muss ja sein. Wobei ich mich ja eigentlich Vegan ernähre. Aber na gut. Darf ja auch mal sein. Hab in einem Restaurant übrigens herausgefunden wie ich meinen neuen Ess-Stil titulieren kann „Stockholmtarier“ Leute die meist Vegan sind und je nach Stimmung und Laune essen was sie wollen. Vielleicht ist meine Stimmung gerade deswegen so, da ich seit Jahren mal wieder einen One-Night-Stand hatte. Mit Stef, eines der verrücktesten Mädels die ich je getroffen habe, und glaubt mir, da war schon die ein oder andere Irre dabei. Kanadierin – vielleicht liegt es daran. Blondes langes Haar. Blaue Augen. Hintern wie Kim Kardashien. Schöne Oberweite – müsste eigentlich Schwedin sein. Nen Tanzstil wie Miley Cyruss und ziemlich betrunken mit Amy-Akzent.

Ich weiß ja nicht wie das bei euch immer so abläuft. Aber dann habe ich mir wieder diese Frage gestellt. Wie läuft das eigentlich nochmal mit diesem abschleppen? Anlabern, tanzen, mitnehmen? Und ich sag euch Eines, zum Glück hab ich mir vorher nicht diese Frage gestellt. Also bevor wir „ Auf die Pirsch“ gegangen sind. Wie sich das schon anhört. Was jagt man den bitte? Frauen? Das verfehlt das Ziel ja schon bei weitem. Wir sind ja hier nicht bei einem Strategie-Spiel, bei dem man nur mit der richtigen Planung und den besseren Karten das Spiel gewinnt. Hier geht es nicht um Würfelglück oder das beste Blatt. Man muss das schon selbst in die Hand nehmen und auf sich zukommen lassen. Auch wenn es einem manchmal so vorkommt, aber das ist hier nicht wie im Krieg. In den man mit großen Waffen in die Schlacht zieht. Bei den Frauen ist das vielleicht so, da sie sich mit Push Ups und Wonderbras ausstatten als gäbe es keinen Morgen mehr – und da zählt wirklich, je mehr Munition desto besser. Nichts desto trotz, es ist mehr wie ein animalisches balzen, imponieren, lächeln und Sympathie ausstrahlen. Kein WAR Jungs. Ich erinnere mich nur an die drei Typen die aussahen wie die Jungs von der Tankstelle in einem schlechten Amy-Werbespot für nen Schokoriegel. Die, die ich drei Tage am Stück gesehen habe. Wie sie immer am gleichen Tische standen, mit Blick auf die Tanzfläche. Drink in der einen und die andere meist in der Hosentasche oder abgestützt an der Bar. Das, was sie gefühlte fünf Stunden gemacht haben, war, um es kurz zusammen zu fassen – gaffen! Was meint ihr, meint ihr da ist jemals ein Mädel zu den Jungs gekommen und gesagt, Wow, hey, ihr seid ja cool, wollt ihr mich auf nen Drink einladen?! Nope. Die standen wie bei der Armee am Reißbrett und haben darüber gesprochen wen sie heiß finden, ein bisschen doof geguckt und gehofft das was passiert. Vielleicht haben sie auf das göttliche Zeichen gewartet, ich weiß es nicht. Wenn der Club nicht irgendwann zu machen würde, würden sie wahrscheinlich immer noch da stehen. Aber so läuft das leider nicht. Wie ich am zweiten Tag feststellen musste. Diesmal wollte ich gewappnet und motiviert ins Feld schreiten und endetet vor geschlossener Bungalowtür. Bis meine beste Freundin mit einem Typen kam und das Zimmer für zwei Stunden in Beschlag zu nehmen. Zum Glück war es warm draußen. Na ja, Karma. Das Gleiche musste sie gestern über sich ergehen lassen als ich Stef gezeigt habe wie man, wie soll ich sagen. Das auf meine Art macht.

Wie auch immer, diesmal war ich einfach viel zu forciert und nur mit diesem einen Gedanken unterwegs unbedingt eine Frau ins Bett zu bekommen. Du musst heute was reißen, habe ich mir gesagt. Gestern hat es ja auch geklappt, nur deswegen bist du doch hier. Ich sag euch eins Jungs, lasst es, bringt nix. Zu verkrampft und zu verkopft. Mein Tipp geht hin, habt Spaß und genießt den Abend, so einfach ist das. Es ist manchmal so einfach und es erwischt euch in den unerwartesten Momenten. An der Bar, an der Garderobe, auf dem Klo – zumindest wenn ihr mal wieder ins falsche gelaufen seid oder eben auf dem Dancefloor. Eine unabsichtliche Berührung, Augenkontakt, ein Lächeln und die Nummer ist durch. Hört sich zu einfach an. So ist es aber manchmal. Jetzt solltet ihr natürlich nicht gleich wie ein Teenager von seiner Powerranger-Sammlung erzählen oder dass ihr glaubt eure Traumfrau vor euch zu haben und 5 Kinder wollt. Aber ab jetzt ist es eigentlich ziemlich easy die Nummer nach Hause zu bringen oder auf irgend ein Zimmer. Kurzer Smalltalk, ein zwei doofe Witze um sie zum lachen zu bringen. Geht mit ihr an die Bar – ja, ich weiß, ich hasse das auch, aber ein Drink muss wohl sein. Wir sind ja höflich. Und immer noch günstiger als ein Bordell – so ein Etablissement würden wir natürlich nie besuchen aber nun gut. Auch wenn sich das mit dem Drink ausgeben wie Prostitution anfühlt. Das ist es nebenbei bemerkt auf irgendeine Art und Weis irgendwie immer.  Danach ne Runde tanzen, ein paar Berührungen und das übliche. Fehlt nur noch die Frage nach der Nummer oder wenn ihr eh schon dabei seid, die Frage ob ihr zusammen woanders hin verschwinden sollt. Simple as FCK. Seid nett, höflich, nicht zu gierig – ich weiß wir wissen meist gar nicht mehr wie man sich als echter Gentleman verhält, aber versucht das doch mal. Dann kommen die Mädels von ganz allein einen Schritt näher. Wenn ihr jedoch das Gefühl habt, hmm das passt gerade nicht so perfekt, dann lasst es halt. Next time, die nächste kommt schon. Wenn nicht heute dann halt morgen. Und tut mir, und vor allem euch, einen Gefallen. Wenn ihr ein Mädel seht, dass euch gefällt. Sprecht sie verdammt nochmal an!!! Wir kennen es alle – ist mir letztens erst wieder passiert– ja auch ich mache noch Fehler. Dieser Moment wenn du dir denkst, Mist, hätte ich sie mal angesprochen. Jetzt hat sie nen anderen Kerl, der nicht mal im Ansatz meine Qualitäten hat, geschweige denn so gut aussieht. Und trotzdem guckt das Mädel mich noch an. Und warum, weil ich mal wieder keine Eier hatte.

Jungs, ich meine die meisten Mädels sind aus dem gleichen Grund wie wir hier… Ja!, unglaublich, nicht wahr. Also so lange ihr nicht vom Wetter redet oder sie wie ein Vollassi antanzt – und glaubt mir, die Nummer mit dem antanzen geht gar nicht! Einfach hin und irgendetwas sagen. Und wenn sie einen Freund hat oder einfach keinen Bock, dann wird sie euch das schon wissen lassen. Hauptsache euch plagt nicht das Gefühl, hätte ich doch mal. Macht euch keine Gedanken ob es gerade der richtige Zeitpunkt ist, das richtige Lied, ob sie Kinder will und wenn ja wie viele, ihr Freundin nicht gerade ungünstig steht, ob du zu Hause ne zweite Zahnbürste hast, dein Mitbewohner noch nackt im Wohnzimmer zockt oder du dich jetzt am besten schon mit der nervigen Kondom-Frage stresst. Chill einfach. Sei cool, entspann dich und lass es einfach passieren. Was auch immer da so passiert. So entstehen die besten oder verrücktesten Dinge.

So zum Beispiel, dass Stef mir nach dem ersten Rummachen „die Pistole“ zeigt! Für die, die nicht wissen was es ist, ihr werdet es heruasfinden – früher oder später. Ich bin ja sonst ziemlich schlagfertig und selten sprachlos, aber da stand dann ich auch selbst mal kurz für nen Moment da und wusste nicht so genau, was ich darauf antworten soll. Da denkst du dir halt dann auch nur, okay, die ist verrückt. Nachdem sie mich eh die ganze Zeit schon versucht auf den Tanzfläche auszuziehen. Na ja ihr könnt euch denken, dass diese Nacht noch sehr lustig wurde.

Und noch was. Als ich so gegen 22 Uhr mit Sarah an der Bar vor unserem Bungalow saß, wollte ich eigentlich gar nicht feiern gehen. Tja, so etwas passiert wenn man einfach keine Erwartungen hat.

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